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Herr Ring

"Du lässt die Mütze auf'm Kopp", stellt Herr Ring fest; die trockene Stimme schwingt diesen Satz lang. Sein Haar ist nicht orange, es fällt schon in die Stirn. "Setzt dich!" Kerzen sind aufgestellt, ein neues gedämmtes Licht über der Spüle. Der Tisch unterscheidet nicht Mittag oder Abendbrot, neben Schweinebraten Marmelade. Herr Ring holt Störtebecker Bier und verschenkt auf drei Gläser wie Gin. Er röchelt, es brennt in der Kehle. Herr Ring isst die Reste, denn alles hat etwas gekostet. Herr Ring hält den Mund, denn arbeiten tut er genug. Jetzt ist er der Einzige und auf dem Dachboden baut er gerade eine Dunkelkammer aus. In der Luft hängt Gießen und Gurgeln, mehr Bier gibt es längst. Das Störtebecker ist alle, "Du warst ja nie auf den Festspielen", fragt er zwischen Butter und Brot. Es gibt sie jedes Jahr, immer eine Folge auf die andere, dann wieder von vorn. Einmal ist eine Frau von einem Turm gesprungen, aus Trauer, vor Wein. Störtebecker konnte sie nicht retten. Er rächte ihren Tod. Herr Ring will auf Schwarzen Steiger umsteigen, das ist schwärzer. Er holt Schnapsgläser. Als er den Hocker beim Setzen verdreht, beginnt der Kater zu betteln; er wartete hinten, vor der Tür. "Du bist gar nicht hungrig." Schnurren umstreicht seine Beine. Herr Ring befüllt zärtlich das Glas. Er zieht es näher zu sich und schaut von oben auf die kleine schwarzrunde Fläche. Strähnen schimmern grau über die Augen. "Sei still", rauhnt er runter.

17.12.07 01:01
 


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